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Informationen für Mediziner

Eine Beurteilung des kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit Risikofaktoren ist wichtig, um entscheiden zu können, ab wann und in welchem Umfang eine Behandlung erforderlich ist. So besagen die Leitlinien zur Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen (Zeitschrift für Kardiologie 2005, Band 94, Supplement 3:
S.113-115), dass eine medikamentöse Therapie ab einem erhöhten Gesamtrisiko für kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall) von mehr als 20% in 10 Jahren oder mehr als 20% bis zum 60. Lebensjahr in Erwägung gezogen werden sollte.

Die European Society of Cardiology (ESC) bevorzugt wegen der klareren Aussage ein berechnetes Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle von mehr als 5% in 10 Jahren als Schwellenwert für eine medikamentöse Therapie. Je höher das Gesamtrisiko, das sich aus der Summe der Risikofaktoren ergibt, umso größer ist damit auch der absolute Nutzen, der aus einer wirksamen Intervention resultiert.

CARRISMA® berücksichtigt zusätzlich Lebensstilfaktoren
Bewegungsmangel, Übergewicht und die Anzahl der gerauchten Zigaretten sind für fast 50% der kardiovaskulären Ereignisse in der Bevölkerung verantwortlich.
Obwohl umfangreiche Daten über die prognostische Bedeutung dieser Lebensstilfaktoren in der Literatur zur Verfügung stehen, werden diese in den derzeit verfügbaren  Risikoscores (PROCAM, SCORE, Framingham) nicht ausreichend berücksichtigt.
Dies liegt vor allem daran, dass die Anwendung der Literaturdaten auf den Einzelfall schwierig ist.
Beispielsweise wird Nikotinkonsum zwar in allen Scores erfasst, aber die Auswirkung der Anzahl der gerauchten Zigaretten ist in Kombination mit den übrigen Risikofaktoren schwer zu berechnen.
Übergewicht hat ebenfalls einen ungünstigen Effekt auf die Prognose, die Auswirkungen sind aber in Abhängigkeit von Zigarettenkonsum und Geschlecht differenziert zu betrachten.
Hier setzt CARRISMA® an.
Der neue Risikoalgorithmus wendet die aus der Literatur gewonnenen Erkenntnisse über die prognostische Bedeutung dieser  Lebensstilfaktoren an und berücksichtigt bei der Berechnung Alter, Gewicht und Geschlecht.

CARRISMA® nutzt als Ausgangspunkt für die Risikoeinschätzung wahlweise einen der bekannten Scores (PROCAM, SCORE, Framingham). Zusätzlich werden bei CARRISMA® die folgenden Lebensstilfaktoren zur Risikoeinschätzung herangezogen:
 

  • Umfang der körperlichen Aktivitäten (Freizeit- oder sportliche Aktivitäten) unter Berücksichtigung des Körpergewichtes in Kcal/Woche
  • BMI berechnet aus Körpergröße und Gewicht
  • Anzahl der gerauchten Zigaretten


CARRISMA® verändert die Risikoeinschätzung durch die Verwendung dieser zusätzlichen Daten mit CARRISMA® ergibt sich eine
andere Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos der bestehenden Scores.
Einige Beispiele:

Bei einem Konsum von 30 Zigaretten pro Tag und einem BMI von 31,0 kg/m2 wird ein 10-Jahresrisiko nach PROCAM von 17% auf 30% angehoben, die 10-Jahres-Sterblichkeit in einem Hochrisiko-Land nach dem SCORE-System von 9% auf 18%.
Bei einem BMI von 23,0 kg/m2und körperlicher Aktivität in Höhe von etwas über 2.000 kcal/Woche (entspricht etwa 4-5 Stunden mittlerer Intensität) verringert sich das 10-Jahresrisiko eines 55jährigen Nichtrauchers, der einen LDL-Cholesterinwert von 200 mg/dl, einen HDL-Cholesterinwert von 45 mg/dl, einen Triglyzeridwert von 200 mg/dl und einem systolischen Blutdruck von 155 mmHg aufweist, nach PROCAM von 17% auf 9%, beim SCORE-System kommt es zu einer Verminderung der 10-Jahres-Letalität in einem Hochrisiko-Land von 5% auf 3%.

CARRISMA® stellt die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen dar
Zusätzlich kann der Kaloriengehalt der vom Patienten bevorzugten Genussmittel oder Getränke erfasst werden, um Ansatzpunkte für eine Gewichtsreduktion zu erkennen und dem Patienten vor Augen zu führen. Es kann berechnet werden, in wie vielen Wochen ein vereinbartes Gewichtsziel erreicht werden kann, wenn der Patient den
Konsum dieser Genussmittel verringert oder die körperliche Aktivität steigert.
Weiterhin kann die Veränderung des Gesamtrisikos durch Beeinflussung des Zigarettenkonsums, körperlicher Aktivität und des BMI sowie von (LDL)-Cholesterin und Blutdruck im Rahmen nicht medikamentöser Maßnahmen oder Einsatz unterschiedlicher Medikamentengruppen berechnet und dem Patienten zur Unterstützung der Motivation demonstriert werden. Die Prognose des Ausgangsscores ohne und mit den zusätzlichen Lebensstilfaktoren kann ebenso wie die zu erwartenden Ergebnisse nach erfolgter Intervention abgelesen werden. CARRISMA® ermöglicht somit eine differenziertere Risikobeurteilung und Beratung der Patienten. Das Potential für eine Verbesserung der Prognose wird anschaulich
aufgezeigt. Der Patient bekommt die speziell für ihn berechneten Informationen zur Risikoeinschätzung und zu den Behandlungszielen ausgehändigt, was die für den Erfolg der Risikoreduktion so wichtige Mitarbeit des Patienten bestärkt.

Hier gelangen Sie zum:

Online Rechner CARRISMA® - Pocket LL

 

Carrisma® Tutorials

Teil I

 

Teil II